Wie funktioniert Stuhl-Miete? Der vollständige Guide für Beauty-Profis
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RECHT & VERSICHERUNG · 9 MIN LESEN
Welche Versicherungen brauchst du wirklich als Stuhl-Mieter? Berufshaftpflicht, BGW, Krankenversicherung und 5 weitere — mit echten Beispielen aus der Praxis.
Als Stuhl-Mieter bist du persönlich haftbar für jeden Schaden, den du im Rahmen deiner Tätigkeit verursachst. Im Gegensatz zur Festanstellung, wo dein Arbeitgeber die meisten Risiken trägt, sitzt du jetzt direkt in der Schusslinie.
Drei reale Beispiele aus der Praxis:
> Fall 1: Friseurin in Hamburg, Färbung mit zu langer Einwirkzeit. Kundin bekommt allergische Reaktion, ärztliche Behandlung notwendig. Schaden + Schmerzensgeld: 8.500 €. Ohne BHV: aus Privatvermögen.
> Fall 2: Barber in Frankfurt, Rasur-Schnittverletzung bei Kunde unter Blutverdünner. Kunde verklagt auf Schmerzensgeld + Verdienstausfall. Vergleich: 4.200 €.
> Fall 3: Lash-Stylistin in Berlin, Wimpernkleber bei sensibler Kundin. Augenarzt-Behandlung, 6 Wochen Krankschreibung der Kundin. Schaden: 2.800 €.
Mit Berufshaftpflicht: alles abgedeckt. Ohne: Existenz-Risiko.
Deckt Personen- und Sachschäden, die du bei der Arbeit verursachst. Wichtigste Versicherung überhaupt für Selbstständige in der Beauty-Branche.
Worauf achten:
Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege. Pflicht für Friseure und Kosmetiker. Versichert dich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten.
Anmeldung: innerhalb von 1 Woche nach Gewerbeanmeldung über bgw-online.de. Beitrag wird im Folgejahr nach gemeldetem Umsatz berechnet.
Wichtig: die BGW-Mitgliedschaft schließt KEINE Krankenversicherung ein. Sie ist nur für Arbeitsunfälle/Berufskrankheiten zuständig.
Gesetzlich (TK, AOK, Barmer, DAK):
Friseur-Beruf ist körperlich anstrengend: Rücken, Schultern, Hände sind ständig beansprucht. Rate der frühen Berufsunfähigkeit in der Branche: ~18 % vor dem 50. Geburtstag.
Eine BU-Versicherung zahlt eine monatliche Rente (typisch 1.500-2.500 €), wenn du nicht mehr arbeiten kannst.
Worauf achten:
Friseure sind NICHT rentenversicherungs-pflichtig. Das heißt: ohne eigene Vorsorge keine Rente.
Optionen:
Das ist die häufigste Verwechslung: Viele Stuhl-Mieter denken, sie seien über den Salon-Inhaber versichert. FALSCH.
Die Inhalts-/Betriebs-Haftpflicht des Salons deckt:
| Versicherung | Pflicht? | Kosten/Monat | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Berufshaftpflicht | nein, aber existenz-relevant | 15-30 € | DRINGEND |
| BGW | JA für Friseure | 12-50 € | PFLICHT |
| Krankenversicherung | JA | 250-800 € | PFLICHT |
| Berufsunfähigkeit | nein | 40-120 € | DRINGEND |
| Rentenvorsorge | nein | 200-400 € | DRINGEND |
| Inhaltsversicherung | nein | 8-15 € | sinnvoll |
| Rechtsschutz | nein | 25-40 € | sinnvoll |
Pflicht-Versicherungen kosten ~500-900 €/Monat (Gesundheit + BGW), Empfehlungen weitere ~80-200 €. Das ist viel — aber jede einzelne hat ihre Berechtigung. Spar nicht an der Berufshaftpflicht: ein einziger Schaden ohne Versicherung kann dich Existenz kosten.
Tipp: lass dich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten (NICHT vom Versicherungsvertreter eines Konzerns). Eine Stunde kostet 100-150 € und spart dir typisch 30-50 % der Prämien.
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